Der Anhalteweg

Der Anhalteweg ist der Weg, der beim Bremsvorgang entsteht. Dabei wird der Abstand gemessen, der nach dem Sichten des Hindernisses und bis zum Stillstand des Fahrzeugs entsteht.

Die Länge des Anhalteweges unterliegt Faktoren wie der Geschwindigkeit und Reaktion

Die Länge des Anhalteweges unterliegt Faktoren wie der Geschwindigkeit und Reaktion

Den ungefähren Anhalteweg erhält man, indem der Reaktionsweg mit dem Bremsweg addiert wird. Dieser variiert jedoch, da jeder Mensch bzw. Fahrer ein unterschiedliches Reaktionsvermögen hat und die Fahrzeuge sich in der Qualität der Bremsung ebenfalls unterscheiden. Wer aber den nötigen Mindestabstand nicht einhält, der kann noch so gut reagieren und wird trotzdem einen zu langen Anhalteweg haben.

Zur Vereinfachung rechnet man mit ca. 0.1 Sekunden für das Erkennen des Hindernisses und ca. 0.8 Sekunden für die darauf folgende Reaktion bzw. für den Bremsvorgang. Drogen, Medikament und Alkohol verlängern den Anhalteweg enorm und sollten deshalb niemals vor oder während der Fahrt konsumiert werden. Generell gilt, desto höher die Geschwindigkeit, desto länger die Strecke des Anhalteweges.

Die allgemeine Faustformel besagt:

(Geschwindigkeit (km/h) / 10 x (Geschwindigkeit (km/h) / 10) +
( Geschwindigkeit (km/h)* 3)

Daher ergeben sich folgende Werte bei den unterschiedlichen Geschwindigkeiten:

Geschwindigkeit in km/h Anhalteweg in Meter
20 km/h 10 Meter
40 km/h 28 Meter
60 km/h 54 Meter
80 km/h 88 Meter
100 km/h 130 Meter
120 km/h 180 Meter
140 km/h 238 Meter
160 km/h 304 Meter
180 km/h 378 Meter
200 km/h 460 Meter
220 km/h 550 Meter
240 km/h 648 Meter
260 km/h 754 Meter
280 km/h 868 Meter

In einer Notsituation, wenn beispielsweise ein Kind auf die Fahrbahn rennt oder ein Reh aus den Gebüschen springt, muss eine Notbremsung durchgeführt werden. Bei einer Notbremsung wird der Anhalteweg verkürzt.

Bei der Gefahrenbremsung besagt die Faustformel:

((Geschwindigkeit (km/h) / 10 *Geschwindigkeit (km/h) / 10)/2) +( Geschwindigkeit (km/h)* 3)

Daher ergeben sich folgende Werte bei den unterschiedlichen Geschwindigkeiten:

Geschwindigkeit in km/h Anhalteweg in Meter
20 km/h 8 Meter
40 km/h 20 Meter
60 km/h 36 Meter
80 km/h 56 Meter
100 km/h 80 Meter
120 km/h 108 Meter
140 km/h 140 Meter
160 km/h 176 Meter
180 km/h 216 Meter
200 km/h 260 Meter
220 km/h 308 Meter
240 km/h 360 Meter
260 km/h 416 Meter
280 km/h 476 Meter

So verbessern Sie Ihr Fahrverhalten und verringern Ihren Anhalteweg

Moderne Fahrzeuge sind zwar mit diversen Assistenzsystemen ausgestattet, aber auch diese können die Physik nicht außer Kraft setzen. Deshalb sollte jeder Autofahrer daran arbeiten, sein Fahrverhalten zu optimieren. Das Wichtigste für jeden Autofahrer ist, dass er sein Fahrzeug in jeder Situation unter Kontrolle hat. Deshalb ist es eher nicht empfehlenswert, mit einem neuen Auto gleich aggressiv zu fahren. Der Fahrer muss zunächst ein Gefühl für das Fahrzeug entwickeln. Nur so kann er sein Fahrverhalten anpassen. Er sollte immer daran denken, dass alle Fahrzeuge unterschiedlich auf Lenken, Bremsen und Beschleunigen reagieren.

Ihr Fahrverhalten bestimmt Ihre Sicherheit

Um das Fahrverhalten zu verbessern, sollte stets vorsichtig gefahren werden. Das bedeutet unter anderem, dass das Auto immer auf Sichtweite angehalten werden muss. Keiner kann wissen, was sich beispielsweise hinter einer unübersichtlichen Kurve verbirgt. Jedes unnötige Risiko sollte beim Autofahren vermieden werden. Zu einem guten Fahrverhalten gehört auch immer, sich über die anderen Verkehrsteilnehmer Gedanken zu machen. Es ist auch immer mit Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer zu rechnen. Gerade bei einer hohen Verkehrsdichte werden viele Fehler gemacht. Das lässt sich nicht vermeiden. Auch dies sollte beim Fahrverhalten berücksichtigt werden.

Das Fahrverhalten sollte aber auch an die technischen Gegebenheiten angepasst werden. Beispielsweise sollte mit stark abgefahrenen Reifen auf nassen Straßen nur noch mit einer geringen Geschwindigkeit gefahren werden. Reifen mit einer geringen Profiltiefe können auch nur geringe Wassermassen ableiten. Deshalb kommt es bei hohen Geschwindigkeiten zu dem gefürchteten Aquaplaning. Das Fahrverhalten sollte aber auch nicht von übertriebener Angst beherrscht werden.

Ein Fahrsicherheitstraining hilft dem Fahranfänger und dem Profi

Wer sich mit seinem Auto nicht richtig sicher fühlt, kann sein Fahrverhalten auch durch die Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining verbessern. Ein Fahrsicherheitstraining kann mittlerweile in jedem größeren Ort absolviert werden. Bei einem solchen Training werden unter anderem auch Vollbremsungen, Ausweichmanöver und viele andere kritische Situationen des täglichen Verkehrs nachgestellt. Dadurch erhält der Fahrer ein sehr gutes Gefühl für sein Fahrzeug. Es trägt natürlich auch zu einem sicheren Fahrverhalten bei. Viele scheuen sich vor den Kosten. Diese sind aber gar nicht so hoch. Sie sind auf jeden Fall geringer, als eine kleine Beule im Kotflügel reparieren zu lassen.

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